Die Organisation der Gewalt. Kurt Daluege – Chef der Ordnungspolizei im NS-Staat
Sascha Steger
Die Organisation der Gewalt
Kurt Daluege – Chef der Ordnungspolizei im NS-Staat
ISBN: 978-3-86331-857-4 | 495 Seiten; 30 Abbildungen | 36,– Euro | Hardcover
Kurt Daluege gehörte zu den mächtigsten Männern des nationalsozialistischen Verfolgungs- und Terrorapparates. Als Chef der Ordnungspolizei integrierte er die ihm unterstellte Organisation in den NS-Staat und beschleunigte ihre Verschmelzung mit der SS. Durch rigorose Zentralisierung und Militarisierung baute er die uniformierte Polizei zu einem entscheidenden Instrument der NS-Herrschaft aus. Während des Krieges war Daluege ein zentraler Organisator der Gewalt. Einheiten der Ordnungspolizei beteiligten sich maßgeblich am millionenfachen Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden und an weiteren Massenverbrechen. – Die Studie beleuchtet erstmals umfassend die Biografie Kurt Dalueges und verbindet sie mit der Organisationsgeschichte der uniformierten Polizei des NS-Staates. Sie zeigt, dass die Ordnungspolizei und ihre führenden Akteure eine Schlüsselrolle im SS- und Polizeiapparat spielten und weit stärker als bislang angenommen zur Aufrechterhaltung des Regimes, zur Sicherung der deutschen Besatzungsherrschaft und zur Umsetzung der NS-Mordpolitik beitrugen.
Kolonialismus dezentriert. Netzwerke, Strukturen, Erinnerung im Sauerland
Fabian Fechner/Dennis Schmidt/Barbara Schneider (Hrsg.)
Kolonialismus dezentriert
Netzwerke, Strukturen, Erinnerung im Sauerland
ISBN: 978-3-86331-852-9 | 535 Seiten; 50 Abbildungen | 29,– Euro
Koloniales Sauerland? Es liegt nicht am Meer und hat keine Großstadt. Gerade deshalb offenbart es die gesellschaftlichen Wirkungen des Kolonialismus. Das Koloniale in seiner Vielgestaltigkeit wird nur verständlich, wenn es auch regional und abseits großer Städte untersucht wird. Durch die lange Zeitspanne vom 18. Jahrhundert bis heute wird deutlich, welche Denkfiguren einen Bezug zu weit entfernten Gegenden herstellen: der Wille zur Weltgeltung, koloniale Unterwerfung, Exotismus, völkische Fantasien, Solidarität und der Universalanspruch christlicher Konfessionen.
Das Weltreich zu Hause. Wilhelmshaven und der deutsche Imperialismus
Leon Biela
Das Weltreich zu Hause
Wilhelmshaven und der deutsche Imperialismus
ISBN: 978-3-86331-848-2 | 487 Seiten; 50 Abbildungen | Hardcover | 29,– Euro
Als Marinestandort war Wilhelmshaven seit dem späten 19. Jahrhundert stark in die imperiale Expansion des Deutschen Reiches eingebunden. Leon Biela untersucht für die Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg, wie die zivile Stadtgesellschaft diese Verbindungen mit dem Weltreich erlebte und sie sich aktiv aneignete. Die Wilhelmshavener:innen verschränkten den deutschen Imperialismus mit ihren lokalen Lebens- und Gedankenwelten und machten ihn zu einem zentralen Element der Aushandlung stadtgesellschaftlicher Identität. Die Studie zeigt, wie ortsspezifische Deutungs- und Handlungsweisen des Imperialen entstanden, die sich tief in die Stadtgeschichte einschrieben. Mit dieser Perspektive leistet sie einen Beitrag zu der Frage, wie Imperialismus und Kolonialismus „vor Ort“ wirkten.
Hildegard Hamm-Brücher. Eine Biographie
Petra Weber
Hildegard Hamm-Brücher
Eine Biographie
ISBN: 978-3-86331-843-7 | 720 Seiten; 50 Abbildungen | Hardcover | 39,– Euro
Als Hildegard Hamm-Brücher Ende 2016 starb, galt sie als Grande Dame und moralische Instanz der Bundesrepublik, die als mutige Einzelkämpferin für viele Frauen und Männer zum Vorbild geworden war. Die Tochter aus großbürgerlichem Haus, die während der NS-Diktatur als „Halbjüdin“ unter wachsender Ausgrenzung litt, agierte nach 1945 in einer von Männern dominierten Politik, in der sie sich als Verfechterin einer grundlegenden Bildungsreform, einer innovativen Auswärtigen Kulturpolitik sowie als Kritikerin der herrschenden politischen Kultur und Parteiendemokratie einen Namen machte. Petra Weber bringt uns in ihrer spannend, auf der Grundlage vieler neuer Quellen geschriebenen Biographie eine liberale Politikerin nahe, die für eine lebendige Demokratie und Zivilgesellschaft eintrat, charmant und liebenswürdig sein konnte, aber auch zornig, wenn sie ihre politischen Ziele in Gefahr sah.